Krimi gegen Bäumerheim – Buzzer Beater rettet zwei Punkte

Am vergangenen Samstag trat die Zwote des Königsbrunner Herrenhandballs beim BOL-Absteiger Bäumenheim an. Über 60 Minuten lieferten sich beide Mannschaften ein meist sehr ausgeglichenes Duell, bei dem ein Unentschieden am Ende durchaus gerechtfertigt gewesen wäre. Doch Königsbrunn behielt in der letzten Sekunde die kühleren Köpfe und sicherte sich mit 30:31 den Sieg und damit zwei hart erkämpfte Punkte.

Wie schon in den letzten Partien fuhr man mit voller Bank zum Auswärtsspiel. Die Partie wurde aufgrund feierwütiger Bäumenheimer nicht in der niedrigen Schmutterhalle in Bäumenheim, sondern im etwas weiter entfernten Donauwörth ausgetragen. Cheftrainer Tim H. Sailer konnte diesmal nicht selbst an der Seitenlinie stehen, da er parallel als Spieler in der BOL gegen Haunstetten einen Sieg einfahren musste. Vertrauensvoll übergab er sein Amt an zwei seiner engsten Berater. Die taktischen Strukturen und Aufstellungen waren im Vorfeld abgesprochen.

Vor Spielbeginn wurde diesmal nicht an das Können der Mannschaft appelliert, denn daran mangelt es bekanntlich nicht. Das Problem der vergangenen Niederlagen lag vielmehr im mentalen Bereich. Leichtsinnsfehler und Unkonzentriertheiten verhinderten oft, dass das vorhandene Potenzial zur Geltung kam.

Entsprechend motiviert startete das Team in die Partie. Spielgestalter Stefan Brettschneider traf zwar erst spät nach über zwei Minuten Spielzeit, dafür aber souverän und lässig zum 0:1. Danach ließ man jedoch die Zügel sofort schleifen und ermöglichte Bäumenheim, bis weit in die zweite Hälfte hinein den Ton anzugeben. Besonders der rechte Flügelspieler der Gastgeber bekam zu viel Raum und nutzte diesen konsequent. Laut eigener Aussage spielte er „das Spiel seines Lebens“ und tatsächlich, als Rechtshänder ließ er den Königsbrunner Torhütern keine Chance und traf beeindruckend sicher (7/7).

In der 18. Minute, beim Stand von 14:9, nahm das Trainergespann die erste Auszeit. Zu viele schlechte Anspiele an den Kreis und einfache Ballverluste verhinderten eigene Torerfolge. Mit kleinen taktischen Anpassungen gelang es jedoch, die Partie wieder offener zu gestalten. Der Abwehrverbund stand nun stabiler und auch im Angriff lief es besser. Zur Halbzeit war man auf ein Tor herangekommen (16:15), das Spiel war wieder völlig offen.

Die Halbzeitansprache fiel kurz und prägnant aus. Grundsätzlich passte das Spiel, nur die letzten fünf bis zehn Prozent fehlten. Der Kopf blieb also der entscheidende Faktor. Nach den starken letzten Minuten der ersten Halbzeit war man jedoch zuversichtlich, das Spiel noch drehen zu können.

Zwar verschlief man den Start in die zweite Hälfte und kassierte zwei schnelle Gegentore, doch die Königsbrunner bewiesen einmal mehr ihre große Stärke: Moral und Teamgeist. In der 45. Minute gelang endlich die Führung. Von da an entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, der spannender war als so mancher Münsteraner Tatort am Sonntag. Kein Team wollte das hart Erarbeitete hergeben.

In der 54. Spielminute ging Bäumenheim erneut mit einem Tor in Führung, worauf Königsbrunn mit einer zweiten Auszeit reagierte. Die Ansage war klar: Köpfe oben behalten, ruhig bleiben, durchspielen und Lücken suchen, statt den Kreis unter Bedrängnis anzuspielen. Prompt fiel der Ausgleich und die letzten drei Minuten begannen beim Stand von 28:28.

Dann schien die Partie entschieden. Königsbrunn traf zweimal in Folge (28:30) und führte in der 59. Minute komfortabel. Doch Bäumenheim verkürzte nach einer Zeitstrafe per Siebenmeter und warf alles nach vorn und deckte offensiv. In Überzahl gelang ihnen 14 Sekunden vor Schluss dazu noch der Ausgleich zum 30:30.

Der letzte Angriff sollte somit alles entscheiden. Der Ball lief schnell über drei Stationen nach vorne. Außen links, halb links, dann über den stark einlaufenden Chris Schlegel, der eiskalt zum 30:31 Endstand verwandelte. Jubel und Fassungslosigkeit auf der einen, Enttäuschung auf der anderen Seite. Bäumenheim am Boden zerstört, Königsbrunn überglücklich über den Last-Second-Sieg.

Mit Spannung darf man nun auf das Rückspiel blicken, dort wird sich zeigen, wer in diesem ausgeglichenen Duell letztlich die Oberhand behält.

Kommende Woche steht erneut ein Auswärtsspiel an, diesmal deutlich näher, beim TSV Haunstetten III. Mit vollem Kader und breiter Brust will man dort erneut auftreten und die bekannten Stärken, die man teilweise gezeigt hat, weiter ausspielen.
Anpfiff ist am Sonntag um 17 Uhr in der bekannten Haunstetter Halle.

Es spielten für Königsbrunn:
Schneeberger, Robin – Geier, Lino (Tor)
Schuster, Aaron (8/3) – Schlegel, Chris (4) – Blach, Luca (2) – Karakasic, Nick (2) – Lorenz, Jonathan – Neuberger, Dominik (2) – Raab, David (1) – Koppmann, Neil (5) – Antalik, Christian – Herzog, Philipp (2) – Gay, Tobias (3) – Alt, Dennis – Fackler, Tobias (1) – Brettschneider, Stefan (1)